Sinneswahrnehmung: Die Basis ganzheitlicher Persönlichkeitsentwicklung

Aktualisiert: 12. Sept.

Echte und ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung beginnt bei unserer Sinneswahrnehmung. Das klingt zunächst für Viele etwas ungewohnt, ist jedoch vor dem Hintergrund, dass der Mensch die Welt zu allererst über seine Sinne erfährt, bevor er denkt, nur logisch.

Die Sinneswahrnehmung und Verarbeitung der Sinnesreize bildet eine wichtige Basis dafür, wie wir Menschen uns verhalten, wie wir auf unsere Umwelt reagieren und wie/was wir denken.


Da Vinci sagte schon: „Jede Erkenntnis beginnt bei den Sinnen“. Und damit hat er Recht. Ein Bild, das ich gerne als Beispiel verwende, um zu erklären, wie Sinneswahrnehmung und unser Gehirn funktionieren ist das ausdrucksstarke Kunstwerk „Guernica“ von Picasso.



Dieser 27 Quadratmeter große Aufschrei gegen das Bombardement des gleichnamigen Dorfes wurde 1937 von Picasso als Reaktion auf die Zerstörung dessen während des Spanischen Bürgerkrieges gemalt.

Zerstückelte Körperteile von Mensch und Tier repräsentieren Informationsfetzen, die wir durch unsere Sinne wahrnehmen. Natürlich gibt es viel Interpretationsspielraum in Bildern, aber es ist ebenso möglich, dass Picassos Gehirn diese Fetzen (seine Wahrnehmung der Welt) einfach 1 zu 1 auf die Leinwand gebracht hat. Das würde insofern Sinn ergeben, als unser Gehirn den Input, den es durch die Sinne bekommt, auch gerne mal unpassend oder an der Realität vorbei interpretiert.


Unsere Sinne und deren sensorische Integration in jungen Jahren sind die Basis für unsere Entwicklung und für lebenslanges Lernen. Das kann man z. B. sehr schön an der Pyramide des Lernens von Williams & Schellenberger sehen.

Die Sinneswahrnehmung kann man nicht denken, sondern nur fühlen. Und nur dadurch funktioniert auch das Denken. Wir nehmen Reize zuerst durch unsere Sinne auf, verarbeiten sie (besser oder schlechter) und denken dann. Und nicht umgekehrt.

Zunächst organisiert unser Körper die Sinnesreize (sensorische Verarbeitung), damit dann schließlich der kortikale, kognitive Prozess effizient sein kann. D.h. Denken funktioniert durch Fühlen!


Aus diesem Grund ist es auch mehr als sinnvoll, in der Persönlichkeitsentwicklung (also im Training und Coaching, aber auch in der Personalentwicklung) mit unseren Sinnen zu arbeiten, statt nur mit unserem Gehirn.

Wir lernen schneller und leichter, wenn wir Dinge auch tatsächlich beGREIFEN, erFÜHLEN, riechen etc. Deshalb funktioniert spielerisches Lernen und Lernen mit und durch Bewegung auch so gut (das ist bereits in vielen Studien und Versuchsreihen bewiesen worden; wir nutzen dieses Wissen nur leider viel zu wenig).

Dass wir das als Erwachsene verlernt haben, ist nicht nur schade, sondern kontraproduktiv.

Menschen mit einer guten sensorischen Wahrnehmung und gut integrierten primitiven Reflexen haben oft einen resilienteren Körper, der Stress besser verarbeiten kann.


Auch deshalb sind die Sinneswahrnehmung und die Bewegung Teil meiner Trainings und Coachings. Nur so findet eine ganzheitliche und effiziente Weiterentwicklung statt und aus den einzelnen Informationsfetzen wird ein stimmiges Bild.


Ich frage mich oft wie wohl Picasso die Welt tatsächlich gesehen hat, um dieses außerordentliche Bild zu kreieren? Wie hat sein Hirn seine Sinneswahrnehmung interpretiert, um das so zusammen zu stellen?


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