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Warum ich ein Buch über Psychedelische Begleitung geschrieben habe

vor 21 Stunden
3 Min. Lesezeit

Eine Ankündigung und die Geschichte dahinter


Ende dieses Jahres erscheint mein erstes Buch, das ich gemeinsam mit Gyasi Bramos-Hantman geschrieben habe.


Es heißt The Companion: An Embodied Guide to Safe and Ethical Psychedelic Accompaniment und es ist das Buch, das ich mir gewünscht hätte, als ich selbst begonnen habe, mich mit diesem Feld auseinanderzusetzen.

 

Book "The Companion". A Guide on choosing a trip sitter. Harm Reduction.

Wie alles begann


Psychedelika sind gerade in aller Munde. Retreats schießen aus dem Boden, Guides und Facilitators gibt es überall, und für viele Menschen ist eine psychedelische Erfahrung fast zu einer Art Initiationsritus geworden, etwas, das man sucht, bucht und für das man erscheint.


Und in vielerlei Hinsicht ist das etwas Schönes. Mit Sorgfalt angegangen, können diese Substanzen wirklich Türen öffnen.


Aber über die Jahre hinweg - sowohl als selbst Reisende als auch als Körperpsychotherapeutinnen, die im Anschluss mit Klientinnen arbeiten - ist Gyasi und mir immer wieder dieselbe Lücke aufgefallen.


Die meisten Angebote sind ausschließlich um die Erfahrung selbst herum

aufgebaut. Die Zeremonie, die "Medizin", die Musik, das Setting. Was fast niemand mit derselben Sorgfalt anspricht, ist das, was davor kommt (wie gut man tatsächlich vorbereitet ist) und das, was danach kommt: was man mit all dem macht, was an die Oberfläche gekommen ist.


Wenn man Glück hat, ist es eine wunderschöne Erfahrung, und das ist großartig. Aber wenn nicht, oder selbst wenn doch, und sie einen trotzdem mit mehr Fragen als Antworten zurücklässt, was dann?


Ich habe einige Klientinnen, die genau an diesem Punkt standen. Menschen, die eine kraftvolle, oft tiefgreifende Erfahrung gemacht hatten und danach nicht wussten, was sie damit anfangen sollten.

Sie wussten nicht, wie sie dem, was sie gesehen oder gefühlt hatten, einen Sinn geben sollten oder wie sie das Erlebte in ihren Alltag integrieren sollten. Sie waren unsicher, welchen Erkenntnissen sie trauen und welche Entscheidungen sie danach treffen sollten, oder wie sie das, was hochgekommen war (manchmal alte Wunden, alter Schmerz, alte Angst) verarbeiten sollten.


Genau diese Lücke versucht dieses Buch zu schließen.


Worum es in meinem Buch geht


The Companion ist kein Ratgeber darüber, welche Substanz man nehmen sollte oder wie. Es geht um eine der folgenreichsten Entscheidungen im gesamten Prozess und gleichzeitig diejenige, die am wenigsten Aufmerksamkeit bekommt: wen man wählt, um einen zu begleiten (den sogenannten Trip Sitter).


Psychedelic Experience

Wir haben das Buch um drei Ideen herum aufgebaut, die uns in unserer eigenen Arbeit und unseren eigenen Reisen immer wieder begegnet sind:

  • Heilung ist relational. Sie geschieht nicht isoliert. Sie geschieht in der Qualität der Beziehungen um uns herum, einschließlich der Beziehung zu der Person, die für uns den Raum hält.

  • Transformation ist verkörpert. Erkenntnis allein verändert selten ein Leben. Entscheidend ist, was tatsächlich in den Körper, das Nervensystem und die Art, wie wir danach leben, integriert wird.

  • Weisheit ist ethisch. Ausbildung und Erfahrung sind wichtig, aber das tiefste Maß für eine gute Begleitung ist, wie sie mit der Verletzlichkeit eines anderen Menschen umgeht: mit Demut, klaren Grenzen und Sorgfalt.


Wir schreiben dazu im Buch: Die begleitende Person ist nicht einfach ein weiterer Teil des Settings. Sie wird Teil der Erfahrung selbst.



Mein eigener roter Faden


Wenn es etwas gibt, zu dem ich in meiner eigenen Arbeit immer wieder zurückkehre, dann ist es die Beziehung zwischen dem Körper und veränderten Bewusstseinszuständen.


Veränderte Bewusstseinszustände können außergewöhnliche Türen zum Selbst öffnen, aber sie können auch zu einer sehr raffinierten Form werden, den Körper ganz zu verlassen: irgendwo im Weiten und Schönen zu schweben, während man genauso von sich selbst getrennt bleibt wie zuvor, vielleicht sogar noch mehr. Ich habe gesehen, wie leicht "Transzendenz" sich still und leise in eine andere Form von Dissoziation verwandeln kann, besonders bei Menschen, die ohnehin eine komplizierte Beziehung zu ihrem Körper haben.

Das ist nicht die Türe, durch die ich Menschen hindurchführen möchte.


Was mir in meiner Praxis und in diesem Buch wichtig ist, ist eher das Gegenteil: veränderte oder erweiterte Bewusstseinszustände nicht zu nutzen, um dem Körper zu entfliehen, sondern um in ihm anzukommen. Nicht Dissoziation, sondern Ganzheit. Sich nicht selbst zurückzulassen auf der Suche nach etwas Größerem, sondern zu entdecken, dass der Körper die ganze Zeit schon Teil dieses "Größeren" war.

Dieser rote Faden zieht sich durch alles, was Gyasi und ich in The Companion beschreiben.



Wie es weitergeht


In den kommenden Monaten werde ich mehr teilen. Ein paar Reflexionen aus dem Schreibprozess und kleine Einblicke in den Inhalt, bevor es Ende des Jahres in die Welt kommt.

Wenn dich das anspricht, wenn du selbst eine psychedelische Erfahrung gemacht hast und danach nicht wusstest, was du damit anfangen sollst, oder wenn du jemand bist, der sich schon einmal genau überlegt hat, wem er sich bei etwas so Verletzlichem anvertrauen würde, schreib mir gern.

Mehr dazu bald.


 
 
 

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