UNTREUE Teil 10 - Neudefinition der Ehe / Beziehung und Monogamie

Aktualisiert: 20. Juni

Früher haben wir geheiratet, bis dass der Tod uns scheidet, heute heiraten wir, bis die Liebe stirbt. Früher war die Ehe ein Ort, an dem wir finanzielle Sicherheit hatten, heute ist sie ein Ort, an dem wir emotionale Sicherheit suchen. Das ist eine grundlegende Veränderung! Und auch die Scheidung hat sich verändert: Wir müssen in der Lage sein, zu gehen, um uns für das Bleiben zu entscheiden.


In Liebesbeziehungen gibt es heute ein großes Dilemma: Es scheint, dass es eine Krise des Begehrens gibt, wenn Romantik in eine Beziehung eintritt. Begehren als Besitzanspruch, Begehren als Ausdruck unserer Individualität, unserer freien Wahl, unserer Vorlieben, unserer Identität.

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Daniela Zambrana Paar-Coaching


Hier sind einige Fragen, die wir uns und unseren Partnern ehrlich und regelmäßig stellen sollten:

  • Ist Intimität ein Garant für guten Sex? Warum? Warum nicht?

  • Können wir begehren, was wir bereits haben? Was habe ich aufgehört zu begehren an den anderen? Wieso?

  • Warum ist das Verbotene so erotisch für Dich?

  • Was macht das Begehren so wichtig, wenn es um Grenzüberschreitung geht?

  • Wie fühlt es sich an, wenn Du liebt?

  • Und wenn du etwas begehrst, was ist dann anders?

Wir müssen einen Rahmen für unsere Beziehungen zueinander schaffen, in dem wir uns in unserer Realität und eigenen Wahrheit begegnen können. Wir geben uns gegenseitig die Freiheit, mehr zu entdecken, indem wir miteinander in Kontakt treten und umgekehrt: Wo wir den anderen nicht zum Lügen auffordern, wo wir uns ermutigt fühlen und gleichzeitig den anderen ermutigen, seine Gefühle auszudrücken. Wo wir offen und gründlich die Regeln, Werte, Bedürfnisse, Lebensphilosophie, Träume, Wünsche und Sehnsüchte des anderen erkunden.


"Ich liebe dich.

Und weil ich dich liebe,

wäre es mir lieber, du würdest mich hassen,

weil ich dir die Wahrheit sage,

als mich dafür zu bewundern, dass ich dir Lügen erzähle."

Pietro Aretino


Neudefinition der Monogamie

Es ist einschränkend, die Monogamie als wichtigsten Maßstab für Liebe, Engagement oder Erfolg in einer Beziehung zu betrachten. Es scheint, als käme dem Sex die größte Bedeutung zu und andere Formen der Bindung werden kaum von uns anerkannt.


Bei der Monogamie geht es nicht nur darum, die Regeln nicht zu brechen und das Vertrauen nicht zu missbrauchen, sondern auch darum, wie man als erotisches Paar zusammen sein kann.

Wir müssen uns mehr für die Verbindlichkeit und Engagement einsetzen, anstatt uns zu verpflichten, nie wieder intim mit jemandem anderes zu sein.

Wir brauchen andere Modelle und Moralvorstellungen, die atmen, die lebendig sind, die sich verändern und gedeihen.


Paare sollten Monogamie für sich selbst (neu) definieren als eine ursprünglich emotionale Verpflichtung, die sexuelle Exklusivität beinhalten kann oder eben auch nicht. Das wird von vielen Menschen jedoch als unmöglich angesehen.


Laut Studien über homosexuelle Paare ist die sexuelle Exklusivität nicht wichtig genug, um eine Beziehung zu zerstören, und auch nicht alles, was eine Beziehung zu bieten hat.


Monogamie war für homosexuelle Paare immer ein offeneres Thema. Es kommt selten vor, dass homosexuelle Paare nach Jahren feststellen, dass sie in dieser Frage auf unterschiedlichen Seiten stehen. Und das liegt daran, dass Monogamie in heterosexuellen Beziehungen als selbstverständlich, als "Standardeinstellung" gesehen wird.

Bei heterosexuellen Paaren wird Monogamie vorausgesetzt, und so kommt es, dass die Partner nach Jahren erkennen, dass sie entweder eine Verpflichtung eingegangen sind, die sie nicht einhalten können, weil sie zu Beginn vom allgemeinen kulturellen Verständnis mitgerissen wurden, oder dass sie sich an jemanden gebunden haben, der nicht in der Lage ist, diese Verpflichtung einzuhalten, weil sie kein Gespräch darüber führen konnten, ob dies eine Verpflichtung ist, die sie auch tatsächlich eingehen wollen.


Paare, die eine gute monogame Beziehung führen, sind Paare, die darüber gesprochen haben, die es nicht einfach vorausgesetzt haben, sondern die von Anfang an UND über Jahre hinweg darüber verhandelt haben. Diese Verhandlungen gehen weit über „Wenn ich dich erwische, bist du tot“ hinaus, denn es sind Gespräche, die die andere Person nicht zum Lügen einladen. Sie haben für sich eine Neudefinition der Monogamie gefunden, was eine enorme Freiheit für die Individuen und das Paar gemeinsam bedeuten kann.


Ich möchte unsere Themen-Reise rund um „Untreue in intimen Beziehungen“ abschließend zusammenfassen:


Meistens scheitern Beziehungen daran, dass wir denken, wenn wir jemanden einmal kennen, wird er/sie für immer so bleiben.

Wir sollten Beziehungen eingehen und entwickeln, in denen die wahre Verpflichtung auf dem Versprechen beruht, jeden Tag zu versuchen, dem anderen aus Neugier und Staunen heraus zu begegnen, eine wohlwollende Begegnung, um mehr vom anderen zu entdecken, indem wir es wagen, ganz die Person zu sein, die wir sind. Es geht darum, uns daran zu erinnern, wer wir waren und uns zu trauen, die zu sein, die wir waren, bevor die Angst vor Schmerz, Verlust und Streit uns von unserem eigentlichen Wesen getrennt hat.

Wir müssen für beide Seiten Raum schaffen, um lebendig zu sein. Dazu gehört die radikale Verpflichtung, die Wahrheit und Großartigkeit des anderen zu unterstützen.


Ich glaube wirklich, dass wir, wenn wir in der Beziehung verletzlich und in Kontakt bleiben, ein ganzes Leben mit jemandem verbringen können, um zu entdecken, wer wir wirklich sind, ohne woanders nach dieser Erweiterung der Seele suchen zu müssen.


Tiefes Vergnügen, tiefe Intimität, persönliche Erfüllung und kreativer Ausdruck sind einige der größten Geschenke des Lebens, die diese Art der Bindung bieten kann.


Ich bete, dass jeder von uns den Mut in seinem Herzen findet, dies zu tun.



Fragen zur Reflexion

Welche Antworten hast du auf die im Text aufgeworfenen Fragen gefunden?

  • Garantiert Intimität guten Sex? Warum? Warum nicht? Wie?

  • Können wir begehren, was wir bereits haben?

  • Warum ist das Verbotene so erotisch?

  • Was macht das Begehren so wichtig?

  • Wie fühlst du dich, wenn du liebst?

  • Und wenn du begehrst, wie unterscheidet sich das von der Liebe?

  • Welche Dinge würdest du deiner/m Partner/in lieber vorlügen, damit er/sie dich akzeptiert, als ihm/ihr die Wahrheit zu sagen, auch auf die Gefahr hin, dass er/sie dich ablehnt?

  • Was würdest du anders machen, wenn du dich neu definieren würdest?

  • Wer warst du, bevor du dich in der Beziehung verloren hast?

  • Wie würdest du deine Beziehung neu definieren wollen?

Quellen:

  • Lecture 045: The Conflict Between Conscious and Unconscious Desires

  • "Was Liebe braucht" - Esther Perel

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